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Geschichte:
Ursprünglich gehörte
Darstadt als Filiale zur Pfarrei Kleinochsenfurt. Wohl aufgrund des weiten Weges zur
Pfarrkirche auf der jenseitigen Mainseite erfolgte am 30. Januar 1344 die Erhebung zur
selbständigen Pfarrei. Mit dem Dorf seit dem 1. Januar 1972 ein Stadtteil von
Ochsenfurt seit Jahrhunderten eng verbunden ist die Familie der Freiherren von
Zobel. Der Zobel'sche Seitenzweig derer von Giebelstadt-Darstadt-Messelhausen wohnt noch
heute im Dorf und übt nominell das Patronatsrecht über die Pfarrei aus.
Die Bau- und
Ausstattungsgeschichte der Pfarrkirche ist deshalb wesentlich von der örtlichen
Adelsfamilie geprägt. Bauherr des jetzigen Gotteshauses war Stefan Zobel von Giebelstadt,
dessen Ehefrau Cordula eine Schwester des großen Würzburger Fürstbischofs und
Gegenreformators Julius Echter von Mespelbrunn (1545-1617) war. Der 1597 errichtete Bau
ersetzte wohl die 1344 zur Pfarrkirche erhobene Kapelle. Größere Veränderungen an der
Innenausstattung geschahen vor allem im 18. und 19.Jahrhundert. 1921 wurde das Langhaus
zur Straße hin um eine Fensterachse verlängert. |
Trotz der Erweiterung von 1921 gibt die Kirche im wesentlichen den Eindruck ihrer
Erbauungszeit wieder. Das rechteckige Langhaus mit heute je drei leicht spitzbogigen
Fenstern mit Sandsteingewänden und einem äußeren Emporenaufgang besitzt einen massigen
geschindelten Dachreiter, der einen Helm in der Art einer Echterspitze trägt. Der Chor
ist leicht eingezogen und weist einen dreiseitigen Schluß auf. Bei der Kirchenerweiterung
hat man offensichtlich das alte Westportal aus Sandstein erneut verwendet, wie auch du
Steinkreuz auf den Giebel, das rückseitig die Jahreszahl 1597 trägt. An der Nordseite
des Chores befindet sich ein qualitätvoller Bildstock aus Sandstein mit einer Pieta von
1756, der noch Reste einer Farbfassung aufweist. |
Innenraum:
Der Eindruck des Innenraumes
ist wesentlich von den Restaurationen der letzten 150 Jahre geprägt. Wahrscheinlich waren
die Wände und Decken zur Erbauungszeit mit Fresken überzogen, von denen sich noch Reste
unter dem weißen Anstrich erhalten haben dürften.
Der Chor besitzt ein
Netzgewölbe, das unvermittelt aus der Wand entspringt. An einem der südlichen
Gewölbenansätze befindet sich wiederum die Jahreszahl 1597 sowie ein Steinmetzzeichen.
Als einzigen Schmuck trägt das Gewölbe das Ehewappen der Zobel-Echter als Schlußstein.
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Den Höhepunkt der Ausstattung bildet der Hochaltar von 1598, den
die Witwe Cordula Zobel, geborene Echter, laut Inschrift über dem Hauptrelief hat
errichten lassen. Aufgrund seiner Ausführung in Sandstein blieb dieser Altar erhalten,
auch die Farbigkeit gibt weitgehend den Originaleindruck wieder. Er ist wohl das
Erstlingswerk des Miltenberger Bildhauers Hans Juncker. Sein Name ist auf einem Sockel im
Predellenrelief angegeben. Juncker schuf später zahlreiche Arbeiten für die
Aschaffenburger Stiftskirche sowie Hochaltar und Kanzel der dortigen Schloßkapelle. Der
Darstadter Altar ist ein typisches Werk der Renaissance. In der Predella befindet sich
zwischen den Figuren der heiligen Stephanus (Namenspatron des Bauherrn) und Jakobus d.
Jüngeren ein Relief der Beschneidung Christi. Darüber flankiert von zwei korinthischen
Säulen die Darstellung der Himmelfahrt Christi. Das Gebälk trägt die Stifterinschrift.
Der Auszug zeigt ein Relief der Dreifaltigkeit. Bekrönt wird der Altar wiederum vom
Ehewappen Zobel-Echter. An der nördlichen Chorwand befindet sich das Sakramentshaus aus
der Bauzeit. Die in Sandstein ausgeführte Nische ist im Vergleich zum Hochaltar relativ
schlicht. Zwischen zwei Pilastern aus Sandstein befindet sich ein schmiedeeisernes Gitter.
Den Abschluß bildet ein Dreiecksgiebel, der ein schlichtes Christushaupt zeigt. |
 
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| Weiter finden sich drei Bildnisgrabsteine der Zobel vom 1553,1554
und 1560, die den Arbeiten des Würzburger Bildhauers Peter Dell d. Jüngeren nahestehen.
Vor den Epitaphien steht ein schlichtes Patronatsgestühl ohne Rückwand mit
Rokokooranamenten, dessen Gegenstück auf der Südseite wird von einem Spätrokokoepitaph
von 1772 bekrönt. |
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| Das flachgedeckte Langhaus trägt eine einfache Stuckrahmung.
In der Mitte der Decke befindet sich ein Medaillon mit der Darstellung des Martyriums des
Kirchenpatrons Laurentius. Das Fresko ist mit Thalheimer 1765 signiert. Es handelt sich
bei dem Künstler um den seit 1759 in Würzburg lebenden Franz Andreas Thalheimer. Leider
ist seine Arbeit wohl schon stärker übermalt.
Die beiden Seitenaltäre sind schlichte
Arbeiten aus der Zeit um 1850, ihr zweisäuliger Aufbau mit Dreiecksgiebel und Kreuz lehnt
sich an den Hochaltar an. Die beiden Gemälde mit der Darstellung der Gottesmutter mit
Kind sowie des hl. Laurentius auf Wolken sind 1851 entstanden. |
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Bemerkenswert, wenn auch neuzeitlich gefaßt sowie mehrfach
verändert, ist die hölzerne Kanzel aus der Zeit um 1615. Sie wird dem Windsheimer
Bildhauer Georg Brenck d. Älteren zugeschrieben. Der Kanzelkorb trägt in angedeuteten
Nischen die vier Evangelisten, darunter befinden sich im Sockel Reliefs alttestamentlicher Propheten.
Den Kanzeldeckel bekrönt eine kleine Pieta, die sich eventuell schon vor Ort befunden
hatte. Neben dem Marienaltar hängt ein Tafelbild aus dem ersten Viertel des 17.
Jahrhunderts mit einer Darstellung der Gottesmutter mit dem Jesusknaben, der einen
Rosenkranz hält. Eingerahmt wird sie von sechs Medaillons zum Marienleben. An der
nördlichen Langhauswand befinden sich zwei gleichformatige barocke Gemälde der
Immaculata sowie des heiligen Angustinus. Ein Bild mit der Himmelfahrt Mariens auf der
südlichen Langhausseite bildete wohl ehemals das Altarblatt des barocken Marienaltares.
Der Kreuzweg mit seinen neobarocken Rahmen wurde sicher um die Zeit der Kirchenerweiterung
angeschafft. In einer Nische des Kirchenanbaus steht der schlichte achteckige Taufstein
aus der Bauzeit, der auf den Seiten des Beckens gemalte Engelsköpfe trägt, von denen
einige allerdings zerstört sind. Die Orgel mit ihren sieben Registern von 1750 stammt aus
der Werkstatt des Würzburger Orgelbauers Johann Philipp Seuffert. |
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Alter
Zeitungsbericht über Gräberfunde aus 1720 1800:
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